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Artist: Hannah Marcus
Label: Normal Records
Black Hole Heaven

Auch wenn Hannah Marcus eine Meisterin der leisen Töne ist und ihre Songs stets von zarter Melancholie durchzogen sind, ist sie alles andere als eine schüchterne Folk-Elfe, die mit akustischen Klampfenklängen ihr Tagebuch vertont. Die Sängerin und Songschreiberin, die nebenbei noch Piano und Gitarre spielt und für ihr neues Album „Black Hole Heaven“ auch den Reiz des Samplers entdeckt hat, steht mit ihrer fragilen Musik voller geheimnisvoller Strudel und introvertiert poetischer Texte vielmehr in der Tradition von Stimmungsästheten wie John Cale, Nick Drake, Leonard Cohen, Mark Eitzel und der frühen Patti Smith. Aber trotz der geistigen Nähe zu diesen tiefsinnigen Rockpoeten geht die gebürtige New Yorkerin ihren eigenen Weg, den die Berliner Zitty mal „als eine dieser Reisen durch`s Herz der Finsternis ans Ende der Nacht“ beschrieb.

Auf ihren ersten beiden Alben „River Of Darkness“ und „Faith Burns“ lotete Hannah Marcus die Untiefen der menschlichen Seele aus und kreierte dabei Songs von nachhaltiger Wirkung. Musik die „wie ein mentaler Thriller vor dem Hörer abläuft“ (Visions) „widersprüchlich, bezaubernd, düster und schlichtweg genial geraten ist“ (Me/Sounds) und „deren Intensität einem manche Schauer über den Rücken rieseln läßt“ (Rolling Stone)

Aussagen, die ohne Abstriche auch für ihr drittes Album „Black Hole Heaven“ zutreffen, das Hannah Marcus zusammen mit Tim Mooney (American Music Club, Toiling Midgets) und Karl J. Goldring in San Francisco eingespielt und produziert hat. Wieder kreisen ihre sinnlichen Texte um Sehnsüchte, Erinnerungen, Träume, Obsessionen, unerfülltes Verlangen und bizarre Drogenerfahrungen. Aber anders als bei den Vorgängern finden sich zwischen trügerischer Schönheit und alptraumhaften Abgründen immer auch optimistische Momente. Trotz aller Melancholie hat Hannah Marcus längst das Licht am Ende des Tunnels erblickt. Das spiegelt sich auch in der Musik wider, in den tänzelnden Beats von „Jay“, in der opernhaften Glorie von „Stars From The Side“ und in der Britpop-verwandten Stimmung von „Lot 309“.

Doch nach wie vor legt sich Hannah Marcus nicht auf bestimmte Stilen fest. Zwischen der nostalgischen Musicalstimmung des Titelsongs und hypnotischen Klangphantasien wie „Indra`s Palace“ und „Under The Void“ bleibt Raum für zahlreiche Hörerlebnisse der besonderen Art. Piano und akustische Gitarren brechen sich an Feedbacks, Dissonanzen und seltsamen Geräuschen. Und selbst Balladen wie „Darling How Are You“, „Morning Glory“ und „Tired Swan“, die klassischen Singer/Songwritern- Mustern folgen, verlieren sich nicht in purer Schön- heit. Stets geht ein feiner Riss durch die Harmonien, lauern versteckte Fallen, an denen das Ohr unweigerlich hängenbleibt.

Das gilt auch für die verschwörerischen Melodien, die trotz aller Komplexität oftmals im besten Sinne eingängig sind, auch wenn Hannah Marcus kaum nach üblichen Strophe-Refrain-Regeln komponiert.

Hannah Marcus wurde in New York geboren. Im zarten Alter von fünf Jahren lernte sie bei ihrem Vater, einem klassischen Komponisten, Violine, Cello und Flöte. Zum Klavier und zur Gitarre fand sie erst später. 1987 zog sie nach San Francisco. Hierzulande wurde sie erstmals durch ihren Beitrag „Demerol“ zur Spex-Compilation „Hit Me With A Flower - The New Sound Of San Francisco“ einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. So einen schonungslosen Song hatte man lange nicht gehört. Aber irgendwie passte weder der Song noch sie selbst auf die Compilation. Denn im Grunde fühlte sich die introvertierte Sängerin und Songschreiberin in San Franciscos Folk-Szene nie heimisch, auch wenn sie schon seit 1987 mit Mitgliedern von American Music Club, Penelope Houston Band, Viva Saturn, Thin White Rope und Pray For Rain zusammengespielt hatte. Ein Umstand, der schließlich zum Umzug nach Los Angeles führte.

In Mark Kozelek, Sänger und Kopf der Red House Painters, entdeckte sie einen verwandten Geist. Mit ihm produzierte sie Ende 1991 „Weeds & Lilies“ (erschienen auf dem Normal-Mailorder Only-Label „Return To Sender) und 1995 ihr offizielles Debütalbum „River Of Darkness“, dem zwei Jahre später in Zusammenarbeit mit Karl J. Goldring der wunderbar zart verhaltene Liederzyklus „Faith Burns“ folgte.

Auch für ihr neues Album „Black Hole Heaven“ ließ sich Hannah Marcus wieder viel Zeit. Sie ist eine Perfektionistin, die ihre Lieder immer wieder umschreibt, umarrangiert, sich entwickeln und verändern läßt, bevor sie selbst sie für die Öffentlichkeit für gut befindet. Das gilt auch für ihre Konzerte. Hier wechselt sie schon mal Abend für Abend bei ein und dem selben Lied die Instrumente und Stilmittel. Mal zelebriert sie feingesponnene Kammer-Pop-Klänge auf dem Klavier, mal umgibt sie ihre tiefe Nachdenklichkeit mit düster-rauhen, elektrischen Gitarrentöne. Aber egal, welcher Seite ihrer Kunst sie den Vorzug läßt, immer beeindruckt sie das Publikum mit emphatisch-leidenschaftlichen Konzerten, die durchaus Vergleiche mit Tori Amos zulassen. Umso mehr darf man darauf hoffen, dass Hannah Marcus endlich mal wieder - ihre letzter Deutschlandbesuch liegt bereits sechs Jahre zurück - ihren Elfenbeinturm verläßt und für eine Tournee nach Europa kommt.

     

black hole heaven

faith burns

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