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Artist: Hungry Ghosts
Label: Normal Records
Hungry Ghosts

Die Parallelen sind eindeutig: Wie The Dirty Three sind auch Hungry Ghosts ein Instrumental- Trio aus Australien mit dominanter Geige. Dennoch sollte man nicht den Fehler begehen, letztere als Kopie abzustempeln. Im Gegenteil: Während erstere an der Schnittstelle von Psychedelic-Rock, Klassik, Ambient und Jazz entlang konzertieren, kreieren Hungry Ghosts mit einem großzügigen Instrumenten-Park Klangbilder zwischen klassischer Kammermusik, europäischer Folklore und stimmungsvollen Filmscores á la Ennio Morricone und Angelo Badalamenti.

Hungry Ghosts erregten Mitte 2000 erste größere Aufmerksamkeit mit dem von Pete Shelley (Sonic Youth) produzierten "Alone Alone". Das Album war jedoch nicht das Debüt der Band aus Melbourne, die von niemand Geringerem als dem australischen Gitarristen mit Kultsiegel Roland S. Howard entdeckt wurde, als sie noch auf den Bühnen der lokalen Clubs einen Höllenkrach veranstaltete. Der Ex-Mitstreiter von Nick Caves Birthday Party, von Crime & The City Solution und These Immortal Souls war es auch, der Tim Howden, John Brooks und Jason G. Boneham Anfang 1997 in die Birdland Studios einlud und mit ihnen das knapp "Hungry Ghosts" betitelte Debütwerk produzierte, das jetzt erstmals hierzulande veröffentlicht wird.

Unterstützt von Peter Knight, Steve Boyle und Lindsay Gravina entstanden elf elegische Klangphantasien, die ausgesprochen europäisch und mediterran inspiriert klingen. Bei "Plaster Of Paris" etwa sorgt ein Akkordeon für stilechte Montmartre-Atmosphäre. Bei "Man Who Refused To Kill" ist es der Klang eines Spinetts, der an Sixties-Krimis vor dem Hintergrund der Cote d´Azur denken lässt. "Waltz" würde gut zu den "Godfather" Szenen passen, die auf Sizilien spielen, und im seltsam entrückten "Blood" ist es eine wehmütige Trompete, die Bilder von Andalusien vor dem inneren Auge erstehen läßt.

Aufgrund der weniger im Vordergrund agierenden Violine erinnert das Erstlingswerk zwar längst nicht so stark an The Dirty Three wie "Alone Alone", aber es gibt sie hier auch, jene akustischen Poesien und kleine Nacht-Musiken für kosmische Mondanbeter ("A Joke´s A Joke", "Hannah", "Snake") mit wunderschönen Violinensoli im Stil von Stomu Yamashta, Jean Luc Ponty (Mahavishnu Orchestra) und David La Flamme (It`s A Beautiful Day).

PS: "Hungry Ghosts" ist der Titel eines Buches von Jasper Becker über eine geheim gehaltene Hungersnot in China unter Mao, eine Folge der erfolgreichen Mystery-TV-Serie "X-Files" und ein traditionelles Fest, das auf Penang (Malaysia) gefeiert wird, um die Seelen zu besänftigen, die jedes Jahr im August aus der Hölle emporsteigen. Gefährlich bzw. hungrig sind nur solche Seelen, die keine lebenden Nachkommen mehr vorfinden.

     

Hungry Ghosts

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