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Artist: Louis Tillett
Label: Normal Records
Learning To Die

"Der Tod steht ihm gut. Louis Tillett hat Augen wie Grabsteine, seine Lieder trägt er als Messen vor. Und dann stammt er auch noch aus Australien, wo ja schon seit Jahrzehnten eine ganz eigene Art von Blues gepflegt wird. Reich geschmückt und geradezu barock mutet der Blues bei Louis Tillett an, der von der Klassik kommt, den Jazz liebt, aber dann doch immer wieder beim Pop landet. Einer seiner schönsten alten Songs handelt von der Gnade des Morgengrauens, und wer wie Tillett das Leben gerne in griffigen Metaphern betrachtet, darf sagen, dass die Akkorde auf seinem Piano klingen wie erste Sonnenstrahlen nach einer schier unendlich langen Nacht."
(Rolling Stone 4/98)

Auch "Learning To Die", das fünfte offizielle Album von Louis Tillett, wirft getreu seiner Lebensphilopsophie „Hoffnung durch Verzweiflung“ wieder wundervolles Licht ins Dunkel. Trotz des beängstigenden Albumtitels strömen die neun Songs jene tiefe, dennoch warme nicht verletzende Traurigkeit aus, die schon wieder heilsam wirkt. Mögen Tilletts Lieder auch in den tiefsten Seelenabgründen ihre Kreise drehen, stets bewahrt er sich und seine Hörer mit poetisch schönen Melodien und seinem flüssigen Pianospiel vor allzu niederschmetternder Depression. Nicht zu vergessen seine sonore Stimme, die viel zu voll und feierlich klingt, als dass man sie mit jemandem assoziieren könnte, der nach einem Niederschlag nicht mehr auf die Beine kommt. Im Gegenteil: Wenn Louis Tillett hinter seinem Klavier oder der Orgel Platz nimmt und von Schmerz, Einsamkeit, Dunkelheit, Regen und mystischen Traumreisen zwischen Diesseits und Jenseits singt, dann wirkt er wie ein Fels in der Brandung des Lebens.

Die Selbstzerstörung, die so viele große Künstler von Van Gogh über Charlie Parker bis Jim Morrison durchlebten, kennt Louis Tillett zu Genüge. Doch anders als bei seinen Seelenverwandten Nick Cave und Tom Waits, die ihre Sucht als romantisierendes Image instrumentalisierten, verhinderte sein langjähriger Kampf gegen Alkoholmissbrauch und psychische Zusammenbrüche, dass er die herausragende Position innerhalb der internationalen Rock- und Popszene einnehmen konnte, die er auf Grund seines Talents längst verdient hätte.

Louis Tillett, der als Kind klassisches Klavier erlernte und erst mit 18 über Jazz und Blues mit Rock- und Pop-Musik in Berührung kam, zählt seit Ende der 70er Jahre zu den einflussreichsten Künstlern der australischen Independent- Szene. Sei es als Sänger der Wet Taxis, als Initiator der Musiker-Talentschmiede Paris Green, als vielgefragter Studiomusiker, (Laughing Clowns, Died Pretty, Celibate Rifles, New Christs, Ed Kuepper, Beasts Of Bourbon, Tex, Don & Charlie) oder als Solo- Künstler, immer setzte er wichtige Akzente.

Hierzulande erspielte sich der "dunkle Hüne" (Rolling Stone) mit seinen von der Kritik in den höchsten Tönen gelobten Solo-Alben "Ego Tripping At The Gates Of Hell" (1987) "A Cast Of Aspersions" (1990), "Letters To A Dream" (1992) und "Cry Against The Faith" sowie den nicht minder beeindruckenden Konzerten mit Band (1990), als Solist (1992) und im Duo mit Charlie Owen (1994 & 1995) eine große Fangemeinde. Mit Charlie Owen entstanden auch zwei CDs für das NORMAL Mailorder Label "Return To Sender": "The Ugly Truth" (1993) und "Midnight Rain" (1995). Letzteres wurde nach seiner Veröffentlichung in Australien von der Redaktion des Rolling Stone zum besten Album 1996 gewählt.

Während Louis Tillett auf seinen bisherigen Soloveröffentlichungen in der Regel mit Musikern zusammenarbeitete, die ihn schon seit den frühem 80er Jahren begleiteten, vertraut er bei "Learning To Die" ausschließlich auf neue Talente. Nebem Bassist Jacky Orscaczky und dem Perkussionisten Svriel de Silva ist besonders Saxophonist Jason Morphett hervorzuheben, der von freien Improvisationen bis zu klassischer Kammermusik alle geforderten Stile perfekt beherrscht und mit traumwandlerischer Sicherheit von aufwühlenden Bariton- Stößen zu lieblichen Sopran-Melodien wechselt. Die Duelle und Duette, die er sich mit Tilletts perlenden Klavierläufen und drängenden Hammondorgel- Akkorden liefert, zählen zu den Höhepunkten des Albums, das einmal mehr Tilletts eigenwillige Verbindungen von Blues, Soul, Jazz, Rock und Klassik dokumentiert.

Nicht von ungefähr erscheint "Learning To Die" wie die Quintessenz seiner über zwanzigjährigen Musikerlaufbahn. Die fiebrige Atmosphäre des druckvollen Blues von "The Devil Knows How To Row" und die schwindelig machenden, im klassischen Sixties-Stil gehaltenen Rhythm `n´Blues-Stomper "Blind Freddy`s Bluff" und "Ride The Tiger" knüpfen an Tilletts 80ies Projekte Wet Taxis und Paris Green sowie an seine ersten hochgelobten Soloalben "Ego Tripping At The Gates Of Hell" und "A Cast Of Aspersions" an. Neben diesen leidenschaftlichen Uptempo-Feuerwerken serviert Louis Tillett mit "Morning Light" und "Turner`s Ocean" auch einige poetisch-schöne Instrumentals, die sich vortrefflich als Filmmusik eignen und zusammen mit den elegischen Balladen, "Artists Song" und "Morning Light", höchst angenehme Erinnerungen an sein 1992er Meisterwerk "Letters To A Dream" wecken, mit dem der bekennende Beethoven- Fan erstmals seiner Vorliebe für neoklassische Kammermusik Ausdruck verlieh. Selbst seine in der Vergangenheit zwar seltene, dafür aber um so überzeugendere Leistung als Songveredeler setzt "der australische Rockpoet der Nacht" (Frankfurter Allgemeine Zeitung) auf "Learning To Die" fort. Seine karge, nur von akustischer Gitarre begleitete Interpretation des Bob Dylan Blues "The Ballad Of Hollis Brown" steht seinen früheren genialen Coverversionen von Guess Who´s "Clock On The Wall", Alan Toussaints "On Your Way Down" und Mack Stucts "It’s Gonna Rain" in nichts nach.

     

a cast of aspersions

cry against the faith

egotripping at the gates of hell

learning to die
 

letters to a dream

the hanged man

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